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Nark­o­se­ga­se

Alle volatilen Anästhetika sind halogenierte Kohlenwasserstoffe und damit hochpotente Treibhausgase. Sie haben eine erheblich höhere klimaschädliche Wirkung als CO2. Betrachtet man die drei gängigen Nark­o­se­ga­se Sevofluran, Isofluran und Desfluran im Vergleich zum Treibhausgaseffekt einer Autofahrt wird die hohe klimaschädliche Wirkung besonders deutlich: Eine siebenstündige Narkose mit Frischgasfluss entspricht im Fall von Isofluran dem Treibhausgaseffekt einer Autofahrt von über 600 km, bei Sevofluran über 700 km und bei Desfluran sogar über 3.900 km. Auch Lachgas verfügt, bedingt durch seine lange Verweildauer in der Atmosphäre, über eine ähnliche klimaschädliche Wirkung wie Desfluran.

Krankenhäuser haben beim Einsatz von Narkosegasen Handlungsspielräume und verfügen hier somit über einen wichtigen Hebel für mehr Nachhaltigkeit. Unter der Voraussetzung, dass für eine individuelle Behandlung mehrere gleichwertige Optionen zur Verfügung stehen, können verschiedene Maßnahmen den ökologischen Fußabdruck reduzieren. Hierzu gehören die Bevorzugung von intravenöser Anästhesie, der Verzicht auf Lachgas, die Reduktion bzw. Substitution von Desfluran, die Minimalflow-Anwendung in der Narkosegasführung sowie der Einsatz von Narkosegas-Auffangsystemen und Recyclingverfahren.

Maßnahmen