Literaturdatenbank
Alle hier aufgeführten Literaturquellen sind kostenlos zugänglich. Es handelt sich um Arbeitshilfen, wissenschaftliche Studien, Positionen und Zeitungsartikel, die zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Krankenhaus informieren.
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82 Prozent der sozialen Einrichtungen stark von Hitze betroffen. Paritätischer fordert Sofortprogramm für den Hitzesommer 2026.
Pressemitteilung
Die Hitzewelle Ende Juni hat soziale Einrichtungen massiv belastet: 82 Prozent der 2.871 Einrichtungen und Dienste, die sich bundesweit an einer Umfrage des Paritätischen Gesamtverbandes beteiligt haben, geben an, stark oder sehr stark betroffen gewesen zu sein. Überhitzte Gebäude, gesundheitliche Risiken und zusätzliche Belastungen für Beschäftigte bringen viele Einrichtungen an ihre Grenzen. Der Paritätische fordert deshalb ein bundesweites Sofortprogramm für den Hitzesommer 2026. Extreme Hitze sollte als Aufgabe des Bevölkerungsschutzes behandelt werden. Hierzu gehört ein kurzfristig ressortübergreifender Hitzekrisenstab auf Bundesebene, der während Hitzeperioden die Lage bewertet, Maßnahmen zwischen Bund, Ländern und Kommunen koordiniert und sicherstellt, dass Schutzmaßnahmen schnell und verbindlich umgesetzt werden.
Development of a blueprint for plant-derived hospital meals: a multidisciplinary co-creative study
Krankenhäuser sind zunehmend bestrebt, die Patientenverpflegung mit nachhaltigen Ernährungsrichtlinien in Einklang zu bringen und dabei gleichzeitig eine ausgewogene Ernährung sowie die Akzeptanz bei den Patienten sicherzustellen. In dieser wissenschaftlichen Studie wurden vollständig pflanzliche Krankenhausmahlzeiten entwickelt und hinsichtlich ihrer ernährungsphysiologischen Qualität, Geschmacks, Kosteneffizienz und Umsetzbarkeit im Rahmen nachhaltiger Ernährungsrichtlinien bewertet. Zwischen April und Dezember 2025 wurde eine multidisziplinäre, ko-kreative Studie mit Krankenhausmitarbeitern und Partnern aus der Industrie in den Niederlanden durchgeführt. Es wurden 30 Mahlzeitenrezepte entwickelt und zu sieben Tagesmenüs zusammengestellt, die 90–97 g Protein pro Tag liefern, hauptsächlich aus Soja, Linsen, Getreide und Nüssen. Um den Proteingehalt im Frühstück und Mittagessen zu erhöhen, ohne die Portionen zu vergrößern, wurden Erbsenproteinisolat und Getränke auf Sojabasis hinzugefügt. Die täglichen Gesamtkosten für die Menüs lagen zwischen 10,50 € und 12,30 €.
Epidemiologisches Bulletin
Einsatz von Mehrweg- bzw. Einwegendoskopen aus infektionspräventiver Sicht unter besonderer Berücksichtigung der Nachhaltigkeit
Mehrwegendoskope können bei häufiger Nutzung und optimierter Aufbereitung ökologisch vorteilhafter sein als Einwegendoskope. Einwegendoskope verursachen zwar mehr Abfall und Ressourcenverbrauch, bieten jedoch Vorteile bei Infektionsprävention und Logistik. Entscheidend ist eine individuelle Abwägung von Patientensicherheit, Nachhaltigkeit, Umsetzbarkeit und Kosten.
Epidemiologisches Bulletin
Änderung der Empfehlung „Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens“ bezüglich der Temperatur des Wassers an medizinischen Handwaschplätzen
Die Kommission für Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen und in Einrichtungen und Unternehmen der Pflege und Eingliederungshilfe (KRINKO) hat ihre Empfehlungen hinsichtlich der Bereitstellung von warmen Wasser an medizinischen Handwaschplätzen geändert. Ein medizinischer Handwaschplatz ist mit Zulauf für kaltes Wasser von Trinkwasserqualität auszustatten; warmes Wasser ist nicht erforderlich. Das beinhaltet kein Verbot von Warmwasser: Einrichtungen können es weiterhin bereitstellen. Aus Gründen der Hygiene und Infektionsprävention ist die Ausstattung medizinischer Handwaschplätze mit warmem Wasser nicht erforderlich.
Hitzeplan im Krankenhaus - Mehr Eis, mehr Klimaanlagen, mehr Homeoffice
Mehr als 4.000 Hitzetote gab es nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts Ende Juni 2026. Eine Klinik in Stuttgart arbeitete während der Hitzewelle am Limit - und plant schon für das nächste Mal. Hervorgehoben werden Maßnahmen zur sofortiger Kühlung von überhitzten Patienten, der Bedarf an Klimaanlagen sowie die Dringlichkeit an Investitionen und flächendeckenden Hitzeschutzmaßnahmen.
Kliniken fordern Investitionen in gekühlte Krankenzimmer
Pressemitteilung
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert angesichts der alarmierenden Zahlen zur hitzebedingten Übersterblichkeit aus dem Robert-Koch-Institut und dem Statistischen Bundesamt entschiedene Schritte, um Krankenhäuser an den Klimawandel und zunehmende Hitzeperioden anpassen zu können. Dabei geht es auch um die Kühlung von Patientenzimmern, die in deutschen Krankenhäusern die Ausnahme ist. Die DKG erkennt hier erheblichen Nachholbedarf und sieht sich in ihrer Forderung nach einem umfangreichen Klima-Investitionsprogramm bestätigt.
Klinikreport Nachhaltigkeit
Schwerpunkt: Energie und Ressourcen sparen im Krankenhaus – die Rolle des Nutzerverhaltens
Die Online-Publikationsreihe „Klinikreport Nachhaltigkeit. +++Impuls kompakt“ wird vom Deutschen Krankenhausinstitut erstellt und vom DKI gemeinsam mit der TK herausgegeben. DKI und TK bieten damit ein praxisorientiertes Format an, das Krankenhäuser auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit unterstützt – mit Fakten, Empfehlungen und Praxisbeispielen. Schwerpunkt Treibhausgas-Bilanzierung Teil 1: Wirksames Energie- und Ressourcenmanagement im Krankenhaus kann nur durch das Zusammenspiel struktureller Rahmenbedingungen, klarer Grundprinzipien und verhaltensorientierter Maßnahmen langfristig etabliert werden. Beim bewussten Umgang mit Energie- und Ressourcenverbräuchen im Krankenhaus helfen klare Strukturen und ein sogenannter Behavioral-Design-Ansatz, der darauf abzielt, energie- und ressourcenbewusstes Verhalten im Klinikalltag gezielt zu fördern und organisatorisch abzusichern.
Köln ächzt unter der Hitze – Kliniken schlagen Alarm
Während der Hitzewelle im Juni 2026 kam es in Kölner Kliniken zu einem Ausnahmezustand. Besonders in Merheim waren die Kapazitäten stark beansprucht aber auch in Holweide und im Kinderkrankenhaus in Köln-Niehl waren die Notaufnahmen voll. In Merheim wurde eine mobile Sanitätsstation eingerichtet, Hitzepatienten wurden noch auf dem Klinikgelände abgeduscht und mit Eis heruntergekühlt und dehydrierte Patienten wurden teilweise auf dem Flur behandelt, weil die Stationen längst voll waren. Viele Kliniken sind nicht ausreichend mit Klimaanlagen, Fassadendämmung und Verschattung ausgestattet und nicht auf längere Hitzeperioden eingestellt.
Nächste Hitzewelle - Uniklinik Düsseldorf schärft Notfall-Management nach
Nach den Rekordtemperaturen im Juni 2026 folgt die nächste Belastungsprobe. Die Uniklinik Düsseldorf hat die Hitzewelle im Juni als MANE "Massenanfall von Erkrankten" behandelt. Ähnlich wie beim MANV "Masenanfall von Verletzten" wird hier ein feststehender Prozess der Notfallmedizin ausgelöst. Anders als nach einem größeren Unfall hielt die hohe Zahl der Einweisungen über mehrere Tage an. Und: Die Krankheitsbilder waren in dieser Häufung neu, darunter Hitzschläge, Dehydrierungen und Kreislaufkollapse. Für die Zukunft hat die Düsseldorfer Uniklinik ihr Notfall-Management deshalb angepasst.
Sondervermögen jetzt für Hitzeschutz und klimaresiliente Klinikmodernisierung einsetzen
Pressemitteilung
Angesichts der Hitzewelle im Juni 2026 fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) Bund und Länder auf, unverzüglich ein Sonderinvestitionsprogramm für klimaresiliente Krankenhäuser aufzulegen. Bereits Anfang 2025 hat die DKG mit einem wissenschaftlichen Gutachten konkrete Konzepte und den erforderlichen Investitionsbedarf vorgelegt, um Krankenhäuser wirksam gegen die Folgen des Klimawandels und insbesondere gegen zunehmende Hitzewellen zu schützen.